Stadt Genthin

Geschichte der Stadt Genthin

Genthin liegt direkt zwischen den beiden Domstädten Magdeburg und Havelberg, am Elbe-Havel-Kanal. Erstmals wurde der Ort 1171 urkundlich erwähnt und ist slawischen Ursprungs. Allerdings geht die erste Erwähnung der Burg Ploto auf das Jahr 946 zurück. Ab 1459 wurde die Genthin als Opium (Stadt) bezeichnet und erhielt 1539 das Marktrecht. Sie besaß keine Stadtmauern sondern nur 4 Türme.

Der 30jährige Krieg und seine Folgen hemmten die Stadt in der Entwicklung. 1648 wurde die Stadt bei einem Großbrand völlig zerstört. Bis 1791 wurde die mittelalterliche Bausubstanz durch 4 weitere Brände vernichtet. 1682/83 wurde Genthin Opfer einer verheerenden Pestepedemie. 1720 öffnete das 1. Postamt. Die Industrialisierung der Stadt begann mit Initiative Pieschel durch den Bau der ersten Fabrik zur Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte in Altenplathow. 1843-1846 erfolgte der Bau der Bahnlinie Berlin-Potsdam-Magdeburg. Mit der Gründung der Kleinbahn-AG 1898 im Kreisgebiet waren weitere Schritte für die Entwicklung der Infrastruktur.

1902 nahm die Zuckerfabrik ihre Produktion auf und 1923 begann die Henkel-AG mit der Herstellung von Waschmitteln. Im selben Jahr wurde das Dorf Altenplathow eingemeindet. Mit der gesetzlichen Auflösung der Gutsbezirke wurde auch die Domäne Hagen ein Vorort der Stadt. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 begeht der damalige Bürgermeister Struß Selbstmord. Ein Jahr später wurde das heutige Wahrzeichen der Stadt der Wasserturm als zentrale Wasserversorgung gebaut. Am 22. Dezember 1939 ereignete sich ein Eisenbahnunglück und beklagte mindestens 186 Tote und 106 Verletzte im Bereich des Bahnhofs. Es ist der bis heute schwerste Unfall von Reisezügen in Deutschland.

Die 1952 stattgefundene Verwaltungsreform löste die Länder ab und ließ den Bezirk Magdeburg und den Kreis Genthin entstehen. In den Jahren zwischen 1967 und 1971 entstand das Wohngebiet Gröblerstraße. Das Wohngebiet Uhlandstraße in den Jahren 1976 bis 1989. Im Oktober 1989 beginnen auch in Genthin die Gottesdienste mit den Fragen an die politische Führung. Es ist der Beginn der friedlichen Wende in der Stadt. Mit der 1994 in Kraft gesetzten Gebietsreform wurde der Landkreis Jerichower Land gegründet und die Stadt Genthin verlor seinen Kreisstadtstatus. 1999 konnte die neue Umgehungsstraße mit neuer Kanalbrücke eingeweiht werden. Gleichzeitig begann die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes und es kam zur Schließung der Bahnübergänge Poststraße und Magdeburger Straße. 2000 wurde das 1. Teilstück der Fußgängerzone fertiggestellt werden. In den Jahren danach kam es zu weiteren Eingemeindung der Ortschaften Parchen, Mützel, Tucheim, Gladau und Paplitz. Der heutige Marktplatz wurde 2003 eingeweiht.

Genthin entwickelte sich zur Industriestadt mit ländlichem Umfeld und ist geprägt durch Land- und Forstwirtschaft. Die heutige Branchenstruktur der Stadt reicht von Metallurgie, Maschinen-, Stahl- und Fahrzeugbau, Waschmittel-Produktion, Baugewerbe, Lebensmittel-verarbeitung, Betonteilfertigung, Holzverarbeitung, sonstige Produktion, Handel, Verkehr, Kreditinstitute, Versicherungen, Dienstleistung und freie Gewerbe, Organisationen und Gebietskörperschaften.

Mit der Entstehung der heutigen Gewerbegebiete Industriepark Ost, Gewerbegebiet Süd, Industriepark am Werder, Gewerbe- und Industriegebiet Nord, Industriepark Waschmittel-werk, Gewerbe- und Industriegebiet „Am Fläming“ und „Am Fläming II“ Schopsdorf stehen der Ansiedlung von Unternehmen mit großflächigem Bedarf für Produktions-, Lager und Verkehrsflächen nichts im Wege.

Genthin entwickelte sich durch die günstige Lage am Elbe-Havel-Kanal, als leistungsfähige Wasserstraße, sowie dem ausgebauten Eisenbahn- und Straßennetz zu einem Knotenpunkt für den Binnen- und Straßenverkehr. Diese positiven Faktoren beeinflussten auch den Status als Wohnstandort. Zahlreiche neue Eigenheime und Wohnsiedlungen sind entstanden.

Genthin mit „Kleinstadtflair“ und das ländliche Umland ist eine Alternative zum Großstadtrummel und ein attraktiver Standort für Familien.

Im Jahr 2021 begeht die Stadt den 850. Jahrestag ihrer urkundlichen Erwähnung.

 

Dieser Beitrag wurde von der Stadtverwaltung Stadt Genthin zur Verfügung gestellt. Vielen Dank auch für die Bereitstellung des Bildes.

E-Mail: stadtverwaltung@stadt-genthin.de 

Historische Stadtansichten

Die nachfolgenden Bilder entstammen dem Kalender "Historische Ansichten aus Genthin 2010" und wurden vom Stadtarchiv Genthin zur Verfügung gestellt. 

  • Genthin Badeanstalt am Torfschiffskanal 1928
  • Genthin Brandenburger Straße um 1908
  • Genthin Wasserturm
  • Genthin Der kleine Markt mit Amtsgericht, Rathaus & Turm der St.-Trinitatis Kirche um 1936
  • Genthin Gutshaus Pieschel in Altenplathow um 1935
  • Genthin Licht- und Kraftwerk um 1932
  • Genthin Mühlenstraße um 1905
  • Genthin Schützenhaus um 1913
  • Genthin Waschmittelwerk um 1950
  • Genthin Zuckerrübenfabrik
  • Genthin Werksfeuerwehr der Henkel GmbH 1926
  • Genthin 1921 Umzug zum Sportfest

Sehenswürdigkeiten der Stadt Genthin